Blogsearch

Egosurf

qrcode

Juni – Langstrecke und Jungfernflug

May 25th, 2009 by G!

Inzwischen bin ich auf dem Airbus 330 “konsolidiert” und werde deshalb in Kürze meinen Recencyflug auf dem Airbus 320 absolvieren. Was das bedeutet, habe ich bereits in diesem Beitrag geschrieben.

Allerdings werden meine geplanten sechs Airbus 320 Flüge im Mai die Ausnahme bleiben, denn unsere Lotterie unser Planungssystem (*) hat mir für den Juni nur Airbus 330 Flüge zugeteilt. Es geht nach Delhi und an meine Lieblingsdestination JFK (3x; das System hat es zu gut gemeint, aber in New York gibts genug zu sehen und erleben). Zudem habe ich noch einige Tage Ferien. Ein weiterer Höhepunkt wird mein erster Flug mit unserem neuen Flagschiff Airbus 330-300 HB-JHA (“Schwyz”) sein, der ja nur zwischen ZRH und JFK pendelt. Ich hoffe, dass Skypointer das Flugzeug inzwischen gut eingeflogen hat, ansonsten weiss ich, an wen ich meine Reklamation senden muss…

Der Plan ist wie immer > HIER < downloadbar.

(*) Skypointer verwendet dafür in seinem neuesten Beitrag den Begriff “Planungsroulette” 😉

Be the first to like.

Posted in in the air | 6 Comments »

Rollentausch

May 14th, 2009 by G!

Piloten sind bekanntlich sehr grosse Fachidiotenspezialisten. Bei Swiss zeichnen wir – der Captain als Verantwortlicher und der First Officer als sein Stellvertreter – verantwortlich für ein Unternehmen mit

– fünf bis zehn (oder mehr) Angestellten;
– bis zu ca. 240 Menschenleben;
– Fracht in Wert von unbekannter Höhe;
– und ein Flugzeug im Wert von 70 (Airbus 319) bis 215 Millionen (Airbus 340-300) amerikanischen Dollar.

Das Unternehmen Flug kann aber nur stattfinden, wenn unzählige andere Fachspezialisten ihren Teil dazu beitragen. Das ist sehr gut zu erkennen, wenn man sich nach einem Flug, nachdem das Flugzeug den Standplatz erreicht hat, kurz die Zeit nimmt und sitzen bleibt (statt wie die 199 anderen Passagiere sofort das Handy einzuschalten, aufzustehen und mit allen gleichzeitig das Handgepäck aus den Gepäckfächern zu nehmen, sich dabei gegenseitig fast zu erschlagen, um dann 3-5 oder noch mehr Minuten zusammengequetscht in einer unnatürlichen Haltung und mit dem Gepäckstück eines anderen Passagiers im Rücken zu warten, bis sich die Menschenschlange laaaangsam in Bewegung setzt */**). Dann kann man nämlich zuschauen, wie innert kürzester Zeit zahlreiche Personen um’s Flugzeug schwärmen um dieses zu entladen, reinigen, warten, beladen usw. Dazu kommt noch eine weitere, noch grössere Anzahl Personen “hinter den Kullissen”, die nicht sichtbar sind.

Letzten Endes sind es die Piloten, die den Flug durchführen. Deswegen macht es für das Verständnis der Prozesse und Zusammenhänge des mit einer mechanischen Uhr vergleichbaren Räderwerks “Flug” Sinn, möglichst viel von diesen (wenn teilweise auch nur sehr rudimentär) zu kennen.

Dies ist denn auch das Ziel einer Aus- und Weiterbildungsreihe für First Officer bei Swiss. Ich habe inzwischen das erste Modul besucht und durfte dabei unter anderem zu Swissport um den Bereich Move/Pushback anschauen. Was Kollege Tobi von “Bits and Bites” erlebt hat und was das Ganze mit einer fetten Katze zu tun hat, schreibt er <hier>. Swissport wurde übrigens 2009 zum neunten Mal (!) in Folge als beste Bodenabfertigungsgesellschaft “Best Global Ground Handling Services Company of the year” ausgezeichnet! – Gratulation an dieser Stelle für diese hohe und verdiente Auszeichnung!

Wenn sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen sind, das Flugzeug betankt und beladen, die Passagiere an Bord und auf ihrem Sitz, das Handgepäck verstaut und sämtliche Türen geschlossen sind, holt der Copilot von der Bodenkontrolle die Bewilligung um das Flugzeug vom Gate zurück zu stossen und die Triebwerke zu starten. Über eine Drahtverbindung teilt dann der Captain dem Fahrer des “Schleppers” (oder in diesem Fall: dem “Stosser”) – oder im Ausnahmefall mit Handzeichen – mit, dass wir die Bewilligung zum Zurückstossen erhalten haben. Dann schieben uns die Fahrer der von uns “Pushbacktraktor” genannten Spezialfahrzeuge (offiziell: Flugzeugschlepper; Details zu den Fahrzeugen gibts beim Hersteller Goldhofer) vom Gate weg an die von der Bodenkontrolle vorgegebene Stelle und  sagen uns, wann die Triebwerke frei zum Starten sind.

… aber genug geschrieben, Bilder sagen von einem sehr interessanten und eindrücklichen Besuch mehr als Worte:

[Hinweis zu den Gallerien: wird ein Bild aus der Reihe angeklickt, wird es darüber grösser angezeigt. Ein Klick auf das grössere Bild öffnet es in einer Lightbox in der Originalgrösse]

Die Flotte von Swissport Zürich (der gelbe Riese war ein Prototyp, für den A380, den Swissport in Zürich testete).

* ich habs versucht, den Satz noch länger zu machen … aber nicht geschafft 😉

** wenn ich als Passagier das zweifelhafte Vergnügen habe, dieses SchauTrauerspiel – das bei jedem Flug stattfindet – anzusehen, frage ich mich jeweils, wie man auf die Idee kommen kann, dass Menschen intelligent seien. Aber es ist wohl nur eine Frage der Definition…

Be the first to like.

Posted in impressions, on the ground | 10 Comments »

Einsatzplan Mai: Back to the roots

May 2nd, 2009 by G!

Nachdem die letzten Monate von der Ausbildung auf dem Airbus 330 geprägt waren, befinde ich mich jetzt in der sogenannten “Konsolidierungsphase”. Das bedeutet, dass ich nach dem offiziellen BAZL-Check eine gewisse Anzahl Tage bzw. Flugstunden ausschliesslich auf dem Airbus 330 fliegen darf. Erst wenn diese Konsolidierung abgeschlossen ist, darf ich meine Hand wieder an einen Airbus 320 Sidestick legen.

Da man aber, um Passagiere mit einem Flugzeug befördern zu dürfen, innerhalb der letzten drei Monate mit dem entsprechenden Flugzeugtyp mindestens 3 Starts und 3 Landungen gemacht haben muss, ergibt sich ein weiteres Problem.  Meinen letzten Flug mit einem Airbus 320 hatte ich nämlich Anfangs Februar. Da meine Konsolidierung auf dem Airbus 330 aber noch fast bis Ende Mai dauert, darf ich wiederum nicht einfach in einen Airbus 320 einsteigen und losfliegen, da ich das erwähnte Erfordernis der Starts und Landungen nicht erfülle. Dieses Problem wird dadurch gelöst, dass ich einen “must-320-Tag” mit 4 Legs geplant bekomme, und zwar – damit alles seine Richtigkeit hat – mit einem Checkcaptain. Erst dann darf ich Airbus 320 und 330 “mixed fleet” fliegen. Von diesem Moment an muss ich jeweils – wie alle Piloten, die mehrere Flugzeugtypen fliegen – die nötigen Starts und Landungen überwachen, damit ich auf dem jeweiligen Typ “current” bleibe, ihn also fliegen darf.

Zusätzlich zu meiner Airbus 320-Wiederauffrischung mit 4 Legs, auf die ich mich freue, werde ich diesen Monat meine Tage in Tel Aviv (2x), Jeddah und Montreal (2x) verbringen. Dazu kommen noch 3 Tage Schulunterricht mit einem Crew Resource Management (CRM) Kurs und zwei Tage – mit dem Einsatzplan – zugeteilte (sogenannte “variable”) Ferien.

..und ab dem 15. warte ich gespannt darauf, wie mein erster “richtiger” 320/330-Mixed-Fleet Plan für den Juni aussehen wird. Aber bis dahin ist der Mai-Plan hier downloadbar.

Be the first to like.

Posted in in the air | 8 Comments »