December 13th, 2011 by G!
… gibts jetzt auch als Blog:
zu Hause auf der anderen Seite des Mikrofons
TWR Mädel, bekannt die Frau, die uns Männern sagt, wo’s lang geht goes blogging. Ich freu mich riesig, dass es endlich einen Lotsenblog gibt und das erst noch von der Homebase.
PS @TWR Mädel: Diese Werbung kannst du mir in direct to’s und Trackmileskürzungen zurückgeben
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November 28th, 2011 by G!
Ein Nachteil unseres Berufes ist, dass man viel “schneller” und länger krank geschrieben wird, als dies bei “bodenständigen” Berufen der Fall ist. Wenn die Stirnhöhlen verstopft sind oder der Druckausgleich nicht gemacht werden kann, erübrigt sich jede Diskussion, man ist fluguntauglich (das sollte man auch als Passagier befolgen!), obwohl man unter Umständen noch / wieder problemlos ins Büro könnte. Des Weitern können Medikamente (allen voran, aber nicht nur Antibiotika), auch vermeindlich “harmlose” wie Nasenspray, zu einer temporären Fluguntauglichkeit führen. Unser Arbeitsumfeld findet in einer Druckkabine und damit de facto in einer Höhe von 2000-2500 Meter über Meer statt. Für den Körper stellt dieses Umfeld eine nicht unwesentliche Belastung dar und er verhält sich nicht wie auf Meereshöhe. Während ein gesunder Körper diese Belastungen (die inneren Organe dehnen sich aufgrund des geringeren Luftdruckes aus, der Gashaushalt “stimmt nicht mehr”, die Luft ist sehr trocken usw.) kompensieren kann, braucht es nicht viel, damit ihm dies nicht mehr gelingt. So können zum Beispiel Probleme im Verdauungstrakt im Flugzeug schlimmer werden. Dasselbe gilt für in den Zähnen eingeschlossene Luft. Wenn man als Pilot ein Flugzeug fliegen sollte, ist dies der falsche Zeitpunkt für Experimente, man darf erst wieder in die Luft, wenn man sich vollkommen Gesund fühlt. Das ist nicht nur eine (sinnvolle) Empfehlung, sondern eine gesetzliche Vorgabe! Da man aber aufgrund des Gesagten nicht immer einschätzen kann, wie der Körper bzw. die betroffenen Organe auf das veränderte Umfeld reagieren, bleibt oft ein (sehr) kleines Restrisiko. Auch um dieses zu minimieren, brauchen wir von Gesetzes wegen nach einer gewissen Krankheitszeit (unabhängig von einem Krankheitszeugnis eines “gewöhnlichen” Hausarztes) ein “green light” eines speziell ausgebildeten (und vom Bundesamt dazu ernannten) Fliegerarztes. Erst, wenn er dieses erteilt, darf man wieder ins schönste Büro der Welt und dem Nebel den Finger Rücken zeigen.
Wie gewonnen … so zerronnen
Warum ich das schreibe? Bekanntlich wären mir im November mit MIA und SFO (endlich wieder) zwei sehnlichst gewünschte Flüge geplant gewesen. Richtig gelesen, “geplant gewesen“. Am Vortag vor dem Flug nach MIA war mein Schlaf alles andere als angenehm, ich wälzte mich im Bett und wachte ständig wieder auf, da mir mein Kopf fast explodierte und ich zu hohe Temperatur hatte. Meine Stirn- und Nasenhöhlen fühlten sich an, als ob ich mit Dr. Steelhammer am Vorabend eine Meinungsverschiedenheit hatte. Ich spare die Details und komme auf den Punkt: der Rest des Monats viel aufgrund eines viralen Infekts mit einer hartnäckigen Verstopfung der Stirn- und Nasenhöhlen ins Wasser. Statt Mojito in MIA South Beach und 49ers Spiel in SFO gabs Pulmex Dämpfe, Nasenspray und Schmerzmittel in Zürich. Nicht wirklich ein Deal, aber nichts zu machen ausser zu versuchen, den Käfer möglichst schnell los zu werden.
… und nochmal gewonnen
Inzwischen ist der letzte Einsatzplan für dieses Jahr veröffentlicht worden (Download hier). Meine Wünsche wurden endlich wieder einmal erfüllt, ich darf im Dezember vier Mal in Serie über den Grossen Teich nach Nordamerika. Da ich noch fünf Tage (Ski- ohne Schnee…) Ferien habe, werde ich innerhalb von 21 Tagen vier Nordatlantikflüge absolvieren, davon je zwei an die Ost- und Westküste. Das wird sehr hart, aber immerhin stimmen die Destinationen. Es geht nach SFO, BOS, LAX und YUL. Den Weihnachtsabend werde ich im Flugzeug verbringen und am 31.12. kämpfen, um trotz Jetlag bis 2359 Uhr wach zu bleiben…
Apropos gewonnen…
Das Zürcher Stimmvolk hat (einmal mehr!) klar für den Flugverkehr und den Flughafen Zürich Stellung bezogen und die Flugverhinderungsvorlagen mit einem unmissverständlichen Doppelnein bachab geschickt. Danke!
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November 8th, 2011 by G!
Traditionen soll man leben. Ich fühle mich der Pilotenbloggertradition (*; siehe unten) verpflichtet und kann gar nicht anders, als dem Gruppendruck der ranghöheren Bloggerkollegen (zuerst kam nff, dann Dide) auch dieses mal zu folgen:
21:56 Uhr Sao Paulo

Das Bild zeigt den typischen Langstreckencopiloten. Die Beine (im Bild) neben dem Caipirinha (statt in der Hand neben den Füssen, wegen der Bloggertradition), das Feuer am lodern (vom Caipi entfacht), nette Kolleginnen aus der Crew als Begleitung (nicht im Bild) und andere schön anzusehende einheimische Geschöpfe (nicht im Bild).
Das Leben ist schön!
…und wer braucht da noch einen Ofen, wenn ihm anderweitig (innerlich und äusserlich) genug eingeheizt wird…!?
(*) Wer die erwähnte Tradition noch nicht kennt: Er hat angefangen, dann kam er, dann ich und dann er.
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