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November

November 3rd, 2009 by G!

Wer nix tut, der wird bekanntlich noch träger…aber daran liegts nicht, dass ich nichts mehr geschrieben habe, es fehlte einfach die Zeit. Der Monat wurde, wie bereits im Ausblick angekündigt, mit fünf Langstreckenrotationen sehr flugreich. Wo Licht ist, ist bekanntlich (überall) auch Schatten. Das Licht zeigt sich sicherlich in den schönen Rotationen an die Wärme und an den Strand, von denen ich im Oktober gerade drei hatte (Dar es Salaam und zwei Mal Jeddah) und wo ich mir prompt meinen ersten Sonnenbrand im Herbst eingefangen habe. Der Schatten zeigt sich daran, dass längere Rotationen, zwangsläufig weniger Zeit zuhause bedeuten und – in meinen Fällen – auch wenig(er) Freitage. Das zusammen führt dazu, dass sich Pendenzen anhäufen, die in der kurzen Zeit zuhause erledigt werden müssen. Dazu kommt, dass man ja auch noch ein Privat- bzw. Sozialleben hat, dass ebenfalls in dieser kurzen Zeit zuhause gepflegt werden will.

Der Einsatzplan für den November (der HIER heruntergeladen werden kann) sieht wiederum zwei Rotationen nach Jeddah vor, einen Tag mit vier Airbus 320 Legs (Flügen) und drei Tage Reserve. Hinzu kommt eine neue Destination, die ich mir gewünscht (und sogar bekommen :-) ) habe: MIAMI. Bei einer geplanten Blockzeit des Hinflugs von zehn Stunden und fünfundvierzig Minuten ist dieser Flug für zwei Piloten sehr lang und an der äussersten Grenze des Möglichen, was die Dutytime für zwei Piloten angeht. Dafür ist der Layover in Miami mit rund 48 Stunden länger als bei anderen USA-Ostküstendestinationen.

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Die Zeit(en) unseres Lebens

June 18th, 2008 by G!

Die Zeit läuft unaufhaltsam.  Ich wollte mich eigentlich schon früher mit einem Beitrag zurück aus den Kurzferien melden, aber die Crewdispo machte mir einen Strich durch die Rechnung, indem sie mir – in meinen Standby-/Reservetagen – zur frühen Stunde, genaugenommen am ersten Tag um 0547 Uhr, (ziemlich ausgefüllte) Flugtage zugewiesen zugeteilt hat. Das führt dazu, dass ich mit bzw. trotz 5 Ferientagen einen der flugreichsten, wenn nicht sogar den flugreichsten Monat seit meiner Zeit bei Swiss haben werde.

Grund genug, wie bereits im vorletzten Beitrag erwähnt, etwas über die verschiedenen “Zeiten” in der Fliegerei zu schreiben und damit mit weiteren Missverständnissen aufzuräumen.

Flugzeit / Flighttime

Das ist die Zeit zwischen Abheben des Flugzeuges beim Start, bis zum Touchdown der Räder bei der Landung, also die effektive Zeit in der Luft. Diese Zeit ist für die Piloten relativ unwichtig.

Blockzeit / Blocktime

Das ist die Zeit zwischen dem Losrollen des Flugzeuges (bzw. bei Airlinern ab dem Zurückstossen vom Gate) vor einem Flug bis zum endgültigen Stillstand (am Gate) nach einem Flug. Die erste Zeit (beim Losrollen) nennt man Block OFF Zeit / Time, diejenige, wenn das Flugzeug stillsteht, Block ON. Der Begriff “Block” kommt meines Wissens von den Bremsklötzen (englisch “Block”=Klotz), welche vor und hinter die Räder gelegt werden. Darum ist die “Startzeit” nicht Block ON, wie man denken könnte, sondern OFF, weil die Blocks WEGgenommen werden.

Die Blockzeit ist die wichtigste Zeit in der Fliegerei, weil die “Flugzeit”, welche der Pilot in sein Flugbuch einträgt die Blockzeit und nicht die (effektive) Flugzeit ist. Mit anderen Worten: Wenn ein Pilot “1000 Flugstunden” hat, ist das Blockzeit.

Da das Rollen vor und nach einem Flug natürlich auch zum eigentlichen Flug gehören und man während dieser Phase bereits zahlreiche Sachen erledigt werden, die zum Flug gehören (Checks, Briefings etc.) ist es durchaus sinnvoll, dass diese Zeit als Pilot notiert werden darf. Die Tatsache, dass leider am Boden beim Rollen verhältnismässig viele Zwischenfälle passieren zeigt, wie wichtig gerade die Rollphase ist.

Aus Passagiersicht ist wichtig, dass die Flugplan-Zeiten der Airlines immer Blockzeiten sind. Wenn also ein Flug um 1400 Uhr geplant ist und um 1400 vom Gate zurückgestossen wird, ist er pünktlich “gestartet”.

Dutytime

Bei kommerziell fliegenden Piloten gibt es eine weitere Zeit, die Dutytime (englisch Duty=Auftrag). Es ist die Zeit, welche der Pilot effektiv für die Firma tätig ist. Je nach Firma gelten hier verschiedene Ansätze, wann die Dutytime beginnt und endet. Der Grund für diese weitere Zeitart liegt darin, dass die Piloten nicht erst mit dem Losrollen des Flugzeuges etwas zu tun haben und anfangen zu arbeiten und beim Andocken am Gate noch nicht “frei” sind. Im Gegenteil, man trifft sich zB. bei Swiss am ersten Flug (an der Homebase) des Tages eine Stunde vor Block Off zum Briefing, bei welchem der erste Flug geplant wird.

Die Dutytime ist für Berufspiloten deshalb sehr wichtig, weil sie am ehesten dem entspricht, was “auf dem Boden” die Arbeitszeit ist, also die Zeit, in der man etwas für seinen Lohn Geld tut :-) .

Von der Theorie zur Praxis

Die Zusammenhänge zwischen diesen drei “Zeitarten” stehen nicht in einem fixen Verhältnis. Mit anderen Worten bedeut 1 Blockstunde nicht immer 2 Dutystunden oder 1 Flugstunde ist nicht immer 1.5 Blockstunden. Das lässt sich am besten mit folgenden Beispielen zeigen:

Mein nächster Flugeinsatz sieht wie folgt aus:

- ZRH 1225 MAD 1440
- MAD 1520 ZRH 1730
- ZRH 1900 FRA 2005
- FRA 2045 ZRH 2140

Die genannten Zeiten sind die offiziellen Flugplanzeiten und damit Lokalzeiten und (geplante) Blockzeiten. Wenn man diese Zeiten zusammenzählt kommt man auf 6 h 25 min Blockzeit. Die tatsächliche Gesamtflugzeit dürfte (je nach Wetter und Verkehr) schätzungsweise um 5 h liegen. Die Dutytime liegt aber bei über 10 Stunden. Dafür, dass man einen knappen 11 Stundentag hat, darf man “nur” 6 h 25 min Blockzeit aufschreiben und hat um 5 h effektive Flugzeit.

Mein letzter Flugeinsatz war:

- ZRH 1400 LPA 1715
- LPA 1755 ZRH 2255

Die Blockzeit beträgt hier 8 h 15 min, was beinahe der effektiven Flugzeit entspricht. Die Dutytime beträgt ebenfalls über 10h.

Es zeigt sich also, dass, je kürzer die Flüge sind, je länger die Pausen zwischen den Flügen und je mehr Flüge man hat, desto grösser ist die Differenz zwischen (effektiver) Flugzeit und Blockzeit einerseits und Dutytime anderseits. Demgegenüber wird bei sehr langen Flügen die Differenz zwischen Blockzeit und Dutytime grundsätzlich kleiner. Diesbezüglich also ein Ungleichgewicht zuUNgunsten der Blockzeit auf der Kurzstrecke. Die Differenz zwischen Flugzeit und Blockzeit ist in erster Linie vom Flughafen abhängig. Dabei kann die Rollzeit wegen grossen Distanzen (Madrid) oder wegen hohen Verkehrsaufkommen (London Heathrow; USA) zum Teil sehr gross werden, in den USA manchmal über eine Stunde!

Limiten

Für die einzelnen Zeiten, insbesondere Blockzeit, gibt es verschiedene vertragliche und vor allem gesetzliche Limiten. Für die Kontrolle der Limiten ist die Firma und natürlich der Pilot selber verantwortlich. Wer einen Blick in Unfallberichte wirft erkennt, dass die Einhaltung der Limiten (Ruhezeiten usw.) stets angeschaut wird. Das überrascht nicht, da diese sehr einfach zu überprüfen sind und es nur richtig oder falsch gibt.

Schlussfolgerung

Wenn ein Pilot pro Monat 85 “Stunden” hat, ist damit gewöhnlich die Blockzeit gemeint. Aus dieser Zeitangabe lassen sich überhaupt keine Rückschlüsse darüber machen, wieviel man nun tatsächlich an “Arbeitszeit” hat, da dies wie gesehen unter anderm von den angeflogenen Destinationen und der Zusammensetzung des Einsatzes (Anzahl Flüge, sog. “Legs”) abhängig ist.

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Mai vorbei

May 31st, 2008 by G!

Der Mai ist vorbei und dementsprechend ist’s auch wieder Zeit für den Juni-Plan, der wie immer auf der Einsatzplan-Seite zum herunterladen bereit steht. Grund zur Freude gibts, weil ich meine Kurzferien – zwar erst 10 Tage vor deren Beginn (nämlich mit der Planveröffentlichung!) – bestätigt bekommen habe. Sonst gabs leider absolut nichts, was ich gewünscht habe. Das ergibt natürlich immer noch (die Ferien zählen nicht!) eine mathematisch ermittelte Juni-Befriedigung von 54%. Ansonsten ein voller Plan, der mit 4 Reservetagen auch ein Überraschungselement bereit hält. Mit zwei neuen Destinationen, einem Bade-Daystop in ATH, einem Besuch auf dem Roten Platz und einigen Besuchen in den Hotel-Folterkammern wird’s genug fliegerische, kulturelle und körperliche Abwechslung geben – und der Teint wird’s bestimmt auch danken!

Im Mai habe ich rund 58 Stunden in der Luft verbracht. Für diejenigen, die sich nicht auskennen und jetzt schon “was, im ganzen Monat nur 58h gearbeitet?” schrei(b)en wollten: Diese 58 Stunden sind reine Flugzeit (gemessen vom Abheben des Flugzeuges bis zum Aufsetzen bei der Landung). Diese Zeit ist nicht mit der “Blockzeit” und schon gar nicht mit der (bodenüblichen) “Arbeitszeit” zu vergleichen. Also bitte keine Kommentare im Sinne von “das arbeite ich in der Woche” oder “ihr arbeitet ja nichts und verdient zuviel”, wie sie nff vor kurzem (natürlich anonym(!)) hatte. Ich erklär die Zusammenhänge gern einmal in einem Beitrag, aber bitte nicht einfach ins Blaue kommentieren und etwas mutmassen. Es gibt nämlich schon Leute, die in aviatischen Belangen etwas schreiben, dessen Wahrheits- und Sinngehalt sehr tief ist…

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