April 22nd, 2012 by G!
Achtung! Derzeit herrscht bloggerische Funkstille, weil ich nicht fliege, sondern schaue, dass andere zum Fliegen kommen. Anders formuliert: Ich bin bis Anfangs Mai im jährlichen Militärdienst. Das gibt mir Gelegenheit, meine innere Uhr mit der Schweizer Lokalzeit zu synchronisieren. Ein weiterer Effekt ist, dass ich die Flugzuteilung für den Mai verarbeiten kann, was nötig ist:

Gewünscht hatte ich (nur) SFO und falls das nicht möglich ist US-Westküste (=SFO und LAX) und als “Notnetz”, damit das System nicht auf die Idee kommt, mich nicht in die USA zu schicken – mit sehr wenigen Punkten – Nordamerika. Herausgekommen ist (die 30 Totalpunkte von insgesamt 1320 möglichen…): JFK. Daneben gabs, wie man es bei US-Westküste erwarten würde: GRU. Damit meine innere Uhr bei 89 Blockstunden in 25 Tagen und fünf durchgemachten Nächten auch sicher aus dem Rhythmus kommt, hats noch einen West-Ost-Wechsel dabei: Es geht noch nach PVG und NRT. Wenn ich die Geographiekenntnisse des Planungssystemsprogammierers beurteilen müsste, gäbe es weniger als 30 von 1320 möglichen Punkten oder schlichtwegs ein “nicht erfüllt”.
Der Einsatzplan für den Mai ist downloadbar und ich melde mich in den Militärdienst ab. Ruhn!
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March 8th, 2012 by G!
Mit leichter Verspätung folgt der Beitrag zum allmonatlichen Einsatzplan. First things first, denn an dieser Stelle muss ich diverse Beiträge von mir und meinen Kollegen widerrufen. Wie oft haben wir geschrieben, dass unser Einsatzplanungssytem ein “Roulette” oder eine “Lotterie” sei? Ich fange gar nicht an zu zählen. Fakt ist aber, dass ich nun definitiv behaupten kann weiss, dass unsere früheren Aussagen garantiert nicht stimmen! Daher möchte ich mich in aller Form bei meinen Lesern entschuldigen, denn es könnte der (falsche!) Eindruck entstanden sein, unser Planungssystem verteile die Flüge nach dem Zufallsprinzip. Das ist nicht der Fall. Das ist keine Gefühlsdudelei, weil ich (endlich wieder einmal) einen heiss ersehten Wunsch bekommen hätte, sondern meine Entschuldigung basiert auf Fakten. Keine griechischen Budgetfakten. Keine appelschen nur-weil-wir-es-erst-jetzt-haben-gab-es-das-noch-nie-Fakten (apropos: seit gestern ist dicker und schwerer wieder “in”;-)). Unwiderrufliche, knallharte und vor allem beweisbare Fakten.
Realitätscheck: Mein Februarplan bzw. das, was am Ende davon noch übrig war, endete mit einem Flug nach GRU. Abflug am 29. Februar, Rückkehr am 4. März. Die ersten vier theoretisch zu verplanenden Tage wären also schon erledigt. Dazu muss man noch die Ferien am Monatsende, ein von mir gejokerter Flug und sämtliche durch diese Flüge generierten Freitage addieren. Dann muss mir- mein letzter Airbus 333 Flug war im Januar im Simulator – wieder ein Airbus 333 Flug zugeteilt werden, sonst bin ich nach der Rückkehr aus meinen Ferien nicht mehr “current”, das heisst, ich dürfte keinen Airbus 330 mehr fliegen ohne vorher in den Simulator zu müssen. Ziemlich schwierige Vorgaben für das System. Ein Blick in unseren Flugplan zeigt schnell, dass es keine (zwei) Langstreckenrotation(en) gibt, welche diese Kriterien (Dauer und A333 Flug) erfüllen können. Es sei denn, was natürlich mathematisch fast nicht möglich erscheint, dass der Computer die Tage mit Eintagesrotationen füllt. Wir haben aber auf der Langstreckenflotte nur zwei Destinationen (CAI und TLV), die im Turnaround (also hin und gleich wieder zurück; was sonst nur Hardcorekämpfer wie JoBo machen) geflogen werden. Diese werden aber oft für Checks und Ausbildung verwendet. Daher ist die Chance, den Plan mit solchen Flügen “aufgefüllt” zu bekommen etwa gleich gross, wie dass Griechenland kein Geld mehr benötigt.
Ein Roulette schafft sowas nicht, Griechenland auch nicht. Daher habe ich mir schon kliiiiitzekleine Hoffnungen auf ein oder vielleicht sogar zwei (schon fast unverschämt) überzählige Freitage gemacht. Die Hoffnung stirbt nämlich zuletzt bei der Planpublikation. Der Plan ist: optimal. Es gibt ja bekanntlich “no such thing as a free lunch” und wie schon Phil Collins gesungen hat, muss man immer beide Seiten hören. Denn leider gilt das optimal nur für den Computer, der – nomen est omen – denn auch aus gutem Grund “Optimizer” und nicht etwa “Crewwunscherfüller” oder gar “Lebensqualitäterhöher” heisst. Er hat das unmögliche geschafft und mir einen aus seiner Sicht optimalen Plan geschaffen und sämtliche Möglichkeiten in Perfektion ausgereizt: ein Must-A333-Flug (immerhin nach JFK!
) und damit es keinen überzähligen Freitag gibt, wurde der Monat mit zwei CAI Flügen gespickt. Dazu kommt mein gewünschter Flug nach BKK und die Ferien, Monat voll. Optimal.
Nachtrag: Fehlt nur noch, dass Griechenland kein Geld mehr benötigt. Wir ersetzen unser System Mitte Jahr, vielleicht sollte die EU es den Griechen kaufen. Zur Optimierung.
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February 1st, 2012 by G!

Miami Beach
Pünktlich wie die Swiss beeende ich hiermit meine Auszeit :-). Viel ist inzwischen gelaufen und noch mehr geflogen:
Ich habe
- 93 Blockstunden im Flugzeug hinter mich gebracht und dabei fünf Starts und acht (!) mehr oder weniger zufriedenstellende Landungen gemacht;
- dabei fünf Nächte durchgemacht (ohne auch nur den Hauch eines Nordlichts zu sehen) und noch mehr Nächte zuhause nicht durchgeschlafen;
- dazu ganze sieben Stunden im A330 Simulator geschwitzt und dabei mindestens ebensoviele Liter Wasser verloren (exklusive der Liter, wo ich die Spülung [noch] locker geschlagen habe).
Ich weiss inzwischen
- wie sich andere Kollegen ihren schönen Line-ups erschleichen;
- was von der Gegenseite auch noch zugegeben wird;
- das man den Kurzstreckenrhythmus auch aufs Bloggen übertragen kann (z.B., aber nicht abschliessend: hier, hier und hier);
- dies sogar in den Ferien und wenn man sich über zuwenig Rotationsfreitage beschwert.
Ich werde
- in das Erfahrene umsetzen und mich
… beim grössten und besten A320 Captain und 320-Checker (in weiser Voraussicht – irgendwann bin auch ich (hoffentlich) wieder auf dem A320);
… bei der besten Lotsin überhaupt;
… dem besten A330/340 Sim Instruktor; und
… dem besten A330/340 Captain,
ab sofort anfangen einzuschleimen.
- Dennoch (oder gerade darum) hierzu schweigen, denn Schweigen ist bekanntlich Gold. Für eine Lindt-und-Sprüngli-Aktie würde ich es mir möglicherweise anders überlegen (was nicht als Geständnis der Mitgliedschaft in der erwähnten Connection aufgefasst werden soll…);
- den Februar Plan nicht veröffentlichen, da er bereits wieder obsolet wurde, weil ich krankheitshalber Ende Januar leider einen Flug nach SFO ausfallen lassen musste und mir infolge dessen die Flüge bis am 20. Februar gestrichen und durch Reserve ersetzt wurden (Stichwort: Flexibilität!)!
In dem Sinne … ich geh Schokolade kaufen!
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