October 5th, 2009 by G!
Den schon etwas älteren (Frauen) bzw. interessanteren (Männern) Lesern dürfte das als Titel verwendete Kultzitat bekannt sein. Es stammt – wie schon im letzten Beitrag angekündigt – aus dem Filmklassiker “The Great Race / Das große Rennen rund um die Welt” mit Tony Curtis. Für diejenigen, die den Film nicht kennen: Wenn Max jeweils auf’s Knöpfchen drückte, löste dies einen Spezialeffekt oder eine Waffe des Autos aus (also quasi wie James Bond). Wenn ich mich richtig erinnere, traf Max allerdings regelmässig den falschen Knopf…
Ich war Max.
Nicht 1965 im Film, aber 2009 in unserem Crewhotel in Muscat (Oman), wo ich vor kurzem zum ersten Mal Nightstop hatte. Schalter wohin ich schaute. Für alles gab es einen Schalter: für die Steckdosen, die Klimaanlage, den Deckenventilator (jeweils mit Schalter und Geschwindigkeitsregler), die vielen Lichter und sogar (ich weiss nicht warum, aber es gab ihn!) für den den Warmwasserboiler. Als Airbuspilot bin ich mich gewohnt, Knöpfe zu drücken. Im Airbus gibt es aber immerhin eine (mehr oder weniger naheliegende) Logik, die dahinter steckt. Darum kann ich – in Juristendeutsch ausgedrückt – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass der Elektriker vom Crewhotel nicht bei Airbus gearbeitet hatte. Denn weder die Anzahl der Knöpfe, noch deren Anordnung war logisch. So kam es denn auch, dass ich um ein Licht abzulöschen regelmässig 5-6 Schalter “probeschalten” musste. Trial und error. Da unser Nightstop mit gut 24 Stunden nicht lange genug dauerte, hatte ich auch beim Auschecken immer noch keine Ahnung, wofür welcher Schalter war. Erschwerend kam hinzu, dass die Lichtschalter – fast schon fies – nur in 3er Gruppen angeordnet waren:

Alleinstehende Schalter gab es nur für “einfache” Sachen wie die Klimaanlage oder den Boiler. Wie dem auch sei, wenn ich schon keine Chance hatte, mir zu merken, welcher Schalter was schaltet, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, sie zu zählen. Sonst denkt noch jemand, ich hätte übertrieben:
- Steckdosen An-/Ausschalter: 4 Schalter
- Klimaanlage, Boiler usw.: 3 Schalter und 2 Regler
…und last but not least, die Anzahl Lichtschalter: 19 Stück!!!
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September 5th, 2009 by G!
Der September ist schon fast eine Woche alt. Da mein Plan aber seit dem 30. August “14WFER_FCM” vorsieht, habe ich mir mit der Veröffentlichung des Einsatzplans für den September Zeit gelassen. Diese ominöse Abkürzung bedeutet nämlich, dass das Flight Crew Member (also ich
) 14 Tage FERien hat. Das “W” kennzeichnet die Kategorie der Ferien.
Ja, richtig gelesen, Ferien sind bei Swiss nicht einfach Ferien, das wäre ja viel zu einfach. Wir haben nämlich einen ganzen Katalog davon: P, W, S, F und V (wir haben sicher noch mehr, die kenne ich aber (noch) nicht…). Während die “normalen” Ferien unter F-Ferien laufen, sind Schulferien hinter dem S versteckt. Letztere sind für mich aber tabu, da ich keine Kinder habe. Deswegen darf ich meine Ferien nicht in die bekannten Schulferiendaten legen. Also dürfen schon, nur bekommen werde ich sie nicht… P bedeutet Prioritätsferien, und weils die nur alle drei Jahre gibt, haben wir in den andern Jahren, wo wir keine P-Ferien haben, W-Ferien. Diese W-Ferien sind auch Prioritätsferien, halt nur nicht so prioritär wie P – sonst wären es ja P-Ferien – aber immerhin prioritärer als F, weshalb sie auch keine F-Ferien sind. Als Mischung zwischen P- und F-Ferien müssten sie meiner Logik zufolge K-Ferien (K ist in der Mitte zwischen F und P), L- oder sogar M-Ferien (weil sie doch ein wenig näher bei den P-Ferien sind) heissen. Dem ist aber eben nicht so und vielleicht heissen sie W-Ferien, weil sich jeder fragt, weshalb sie so heissen. Weil das Fliegerleben bekanntlich nur für flexible Menschen geeignet ist und weil das F schon für die “gewöhnlichen” Ferien vergeben war, gibts noch die variablen Verien V-Ferien. Diese dürfen vom Ferienbüro (ja, das haben wir – es hat im übrigen nicht nur den Namen wie eine Amtsstelle, sondern auch ebensolche Öffnungszeiten, was sich wiederum mit den Arbeitszeiten eines Fliegenden problemlos verträgt…) jeweils mit dem Monatsplan vlexibel, äh variabel zugeteilt werden. Da wir ja jeweils auch erst mit der Veröffentlichung des Monatsplans um den 24. des Vormonats wissen, wann wir im nächsten Monat wo schlafen werden bzw. wann wir zuhause (ja, auch Piloten haben ein Privatleben…) sind, sind V-Ferien eine willkommene Abwechslung, wenn man dann noch erfährt, dass man unverhofft Ferien zugeteilt bekommen hat, wie das zB. im Mai der Fall war.
Ich bin etwas abgeschweift, weshalb ich die Ferienklammer schliesse und zurück zum Einsatzplan September komme. Dieser kann am üblichen Ort heruntergeladen werden. Das unser “hochgelobtes” Planungssystem Ferien zum Anlass nimmt, den verbleibenden Flugmonat bis aufs letzte Vollzustopfen ist nichts neues. So hatte ich im letzten Oktober mit 5 Ferientagen satte 89 Stunden geplant. Diesmal komme ich mit 13 Ferientagen auf 57 Stunden. Auf den Monat hochgerechnet gibt das die magische (und legale) Grenze von 100 Stunden. Inhaltlich kann ich mich absolut nicht beklagen, im Gegenteil: Mit je zwei Langstrecken- und Kurzstreckenrotationen Abwechslung pur. Zu den Nightstops in GVA (2x), JFK (wenn nichts dazwischen kommt mit Besuch des U2-Konzerts im Giants-Stadium
) und dem (inzwischen schon fast vergessenen) “Klassiker” DME werde ich – Airbus 330-300 sei Dank – eine weitere Premiere feiern und zum ersten Mal Dubai (DXB/OMDB) und Muscat (MCT/OOMS, mit Nightstop) anfliegen.
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October 28th, 2008 by G!
Die Samichläuse (schweizerdeutsche Mehrzahl von “Nikolaus”
) auf den Coca-Cola-Flaschen an Bord unserer Flieger deuten unmissverständlich darauf hin, dass Weihnachten bald vor der Tür steht. Bevor es aber soweit ist, muss es erst November werden, weshalb ich der Meinung bin, dass die Weihnachtsmaschine viel zu früh angeworfen wird. Wie dem auch sei, mein zwanzigster Swiss-Einsatzplan für den November wurde veröffentlicht. Er steht wie immer > hier < zum Download bereit.
Nichts neues ist, dass er ziemlich schwarz ist. Neu ist aber unser Crewhotel in Athen, das mit Vorschusslorbeeren überhäuft wird. Ich werde mich selbstverständlich vor Ort davon überzeugen und die Tips von nff umsetzen… Ansonsten werde ich die Nächte in Moskau, Genf (2x), Istanbul (2x), London und – als Höhepunkt – in Tel Aviv verbringen. Dazu kommt wieder einmal eine Woche Überraschung in Form von Reserve…
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