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Ein geplatzter (Männer)Traum

July 27th, 2007 by G!

Was macht einen guten Flug bzw. eine gute Airline aus? Nein, jetzt kommt keine Abhandlung über Flugsicherheit, Ausbildung der Piloten oder die Wartung der Flugzeuge. Klar, diese Themen sind matchentscheidend. Allerdings mache ich mir keine falschen Hoffnungen, dass dies die Gründe wären, weshalb sich der Standardpassagier* (siehe Beitragsende) für eine Airline entscheidet.

Reden wir Klartext. Weit – wenn nicht ganz – vorne in der Liste der absolut notwendigen Bedingungen für einen guten Flug aus der Sicht eines Standardpassagiers* ist die Flight Attendant. Das dabei das Gewicht eine zentrale Rolle spielt, wurde bereits gerichtlich festgestellt, weshalb ich mich dazu nicht mehr äussere. Es ist aber kein Geheimnis, dass Kleider – oder in diesem Fall Uniformen – Leute machen. 

Beim Durchblättern eines Flüügerheftlis stiess ich auf folgendes Bild, bei welchem mir – für einmal – nicht das Flugzeug, sondern (wie jedem männlichen Leser) die Damen in ihren Uniformen auffielen:

Ich kannte zwar flyglobespan bis dahin nicht, beschloss aber in Sekundenbruchteilen (ja, da wir Männer sehr einfach verdrahtet sind, geht sowas sehr schnell…), dass ich bei solchen Cabin Crew Members demnächst mit dieser Airline fliegen müsse. Obwohl es mir bei SWISS sehr gut gefällt, weiss man in unserer Branche ja nie, wie sicher der eigene Arbeitsplatz ist. Deshalb habe ich mir die Airline auch gleich als potentiellen zukünftigen Arbeitgeber im Hinterkopf gedanklich notiert.

Soviel zur Theorie. Die Praxis sieht einmal mehr ganz anders aus; es wäre auch zu schön gewesen. Ein Blick auf die Webpage von flyglobespan holte mich jäh auf den Boden der (harten) Realität zurück, denn die Damen im oberen Bild gehören nicht zur Cabin Crew, denn deren Uniformen sehen – wie andernorts auch – leider so aus:

 

Die Damen im ersten Bild gehören – so verrät es auch das Kleingedruckte unter dem Bild (wenn Mann es trotz des Röhrenblickes lesen würde/könnte) – nicht zur Crew, sondern zu den Cheerleadern des Scottish Rockettes Pro-Dance Team. Da sich einmal mehr ein Traum von uns Männern in Luft aufgelöst hat, empfehle ich dem bisher durchgedrungenen Leser zum Trost den Besuch der Rockettes-Webseite.

Was bleibt, ist die Frage, weshalb die Airline eine neue Basis mit Cheerleadern und nicht mit ihren Cabin Crew Members vorstellt… Aber das zeigt wohl nur, dass ich mit dem eingangs erwähnten These Recht habe.

* Liebe Leserinnen. Für einmal gilt die männliche Schreibweise nur für Männer. Dies, weil die "fliegenden" Männer in der Kabine bekanntermassen in den meisten Fällen keine Augen für Frauen haben. Drum wäre es in den allermeisten Fällen Bier-ins-Hofbräuhaus-mitnehmen, wenn man deren Uniformen auf die Wünsche der Frauen ausrichten würde ….und ausserdem – so höre ich es immer wieder – legen Frauen ja keinen Wert auf Äusserlichkeiten, da es nur auf die inneren Werte ankommt. Und dazu gehört die Uniform ganz bestimmt nicht!

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Der Augusteinsatzplan

July 26th, 2007 by G!

…steht hier zum Download bereit. Der Höhepunkt dieses Monats ist der erste Simulator-Check, der erstaunlich schnell – irgendwie zu schnell – fällig wurde. Das bedeutet: ab in die Bücher und lernen.

Mit 81 Blockstunden ist es der bisher flugreichste Monat, was aber nicht überrascht, da die Sommermonate gut laufen und Swiss bekanntlich an allen Flugfronten mit Personalengpässen zu kämpfen hat. Dafür gibts 12 Freitage und mit der Homebase von U2 und Tripolis stehen zwei neue und interessante Destinationen auf dem Plan…

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Totalitäre Medienheuchelei

July 22nd, 2007 by G!

Hier einmal ein Beitrag, dessen einziger Bezug zum Fliegen ist, dass er mir während dem Standby-Dienst in den Sinn gekommen und verfasst worden ist:

Die Tour de France 2006 wurde in einer medienwirksamen Aktion zwei Tage vor deren Start von zahlreichen Favoriten (Jan Ullrich, Ivan Basso, Oscar Sevilla, Joseba Beloki ua.) gesäubert. Floyd Landis, einer der wenigen verbleibenden Favoriten, wurde – man hatte ihn wohl vergessen – quasi posthum eliminiert. Er habe ein Pflaster am Hoden gehabt, welches ihm seinen in der Geschichte der Tour nahezu einzigartigen Exploit ermöglicht, und ihm so zum Sieg der Tour 2006 verholfen habe. Obwohl seine A- und B-Probe positiv, und er damit des Dopings "überführt" war, bestehen heute, ein Jahr danach, schwere Zweifel an der Art und Weise, wie die Messergebnisse zustande kamen. Das Gerichtsverfahren dazu ist im Gange und ein Sieg Landis kann zum jetztigen Zeitpunkt zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Im Vorfeld der Tour 2007 waren ebenfalls medienwirksame Dopinggeständnisse an der Tagesordnung. Neben meinem Kollegen NFF in seinem Blog, gaben nahezu das ganze (ehemalige) Team Telecom/T-Mobile und andere deutsche (Ex-)Fahrer in mehreren Pressekonferenzen ihren teils mehrjährigen Dopingmissbrauch zu. Den Sponsor freuts, denn diesem war klar, dass man es mit rennfahrerischer Leistung nicht mehrere Tage exklusiv auf die Titelseiten und Fernsehsendungen schaffen würde. Die betroffenen Minen diverser Telecom-Exekutiven eine Farce, denn das Sponsoring hat sich spätestens jetzt bezahlt gemacht.

Die Tour 2007 läuft seit nunmehr 14 Tagen. Um an der Tour teilnehmen zu können, mussten die Fahrer und Teams ein Statement unterzeichnen, dass sie keine Dopingmittel benutzen würden. Falls doch, drohen neben einem Ausschluss auch Geldbussen bis zu einem Jahresgehalt. Vor wenigen Tagen der Knall. Patrik Sinkewitz, ein Fahrer vom Rennstall T-Mobile, wird positiv getestet. Der erste Dopingfall der Tour 2007. ARD und ZDF – neu das Gewissen der deutschen Sportfans und TV-Zuschauer – steigen sofort aus der Übertragung aus. Verlierer: Der deutsche Steuerzahler, denn die Millionen Euro für die die Übertragungsrechte sind weg. Gewinner: Die privaten TV-Sender, die sofort für die staatlichen Eingesprungen sind und die Tour neu übertragen.

Was ist das für eine Heuchelei von ARD und ZDF? Sie wollen damit ein Zeichen für sauberen Radsport setzen. Das kann und soll nicht Aufgabe der staatlichen (!) Fernsehsender sein, welche einen Versorgungsauftrag haben. Tatsache ist, dass die Tour – Doping hin oder her – bei den Zuschauern sehr beliebt ist. Schliesslich lese ich auch NFF’s Blog trotz seiner Beichte noch immer ;-). Wo bleibt die Kundenorientierung? Das Handeln von ARD und ZDF erinnert an totalitäre Bevormundungssysteme früherer Ostblockstaaten. Für den ZDF sind solche Methoden nicht neu: Schon bei der Tour 2004 blendete man ein Interview des deutschen Jens Voigt aus, als sich dieser über die Berichterstattung vom Vortag beschwerte, auf Grund derer er von Zuschauern angegriffen wurde.

Dopingmissbrauch wurde schon in nahezu jedem Spitzensport nachgewiesen. Leichtathletik: Carl Lewis und Ben Johnson sind nur zwei Ikonen – und ehemalige Weltrekordhalter – ihrer Disziplin, welche überführt wurden. An den olympischen Sommerspielen in Athen wurden diverse Athleten überführt. Sind ARD und ZDF aus der Übertragung ausgestiegen? Nein. Sie werden es auch in Zukunft nicht, denn man hat schon bekannt gegeben, dass dies "kein Präjudiz für andere Sportarten" sei. Und warum nicht? ARD und ZDF sind also berufen, um ausgerechnet den Radsport vom Doping zu befreien? Kugelstösser, Gewichtheber, Sprinter, Langläufer usw. können weiter medial unterstützt dopen?

Jan Ullrich. Bis heute – mehr als ein Jahr nach seinem Tour-Ausschluss – wurde sein Dopingmissbrauch noch nicht offiziell bewiesen und er wartet immer noch auf das "Urteil". Weshalb man einen Sportler von seinem Beruf ausschliessen kann, ohne dass Beweise vorliegen, welche eine sofortige Verurteilung ermöglichen, erscheint mir höchst fragwürdig. Ulle hat die Tour de France 1x gewonnen, wurde 5x Zweiter, 1x Dritter und 1x Vierter. Dazu kommen nicht weniger als sieben Tour-Etappensiege. In Jahren, in welchen er zwar unter die Top4 fuhr, aber gegen Lance Armstrong nicht gewinnen konnte, brach eine Medienschelte ohne Vergleich über ihn herein. Verlierer war wohl das schönste Wort. Woher nehmen die Medien das Recht, einen Fahrer mit diesem Leistungsausweis so zu behandeln? Vielleicht müssen sich die selbsternannten medialen Hüter von Sitte und Ordnung nicht wundern, wenn der sowieso schon immense Druck eines Profis dann im Griff zur Pille endet.

Zum Schluss: Ich bin auch für einen sauberen Sport, habe aber noch mehr gegen die totalitären Methoden staatlicher Anstalten und die damit auf die Spitze getriebene Heuchelei. Die Tour habe ich schon immer im Eurosport verfolgt, weshalb mich der Ausstieg von ARD und ZDF nicht betrifft.

Bei der Tour de France fährt ein Profi in 3 Wochen 3500km. Diese Leistung ist – mit oder ohne Hodenpflaster – übermenschlich und verdient Anerkennung. Denn das Pflaster tritt nicht in die Pedalen. Und die Journalisten schon gar nicht.

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